Philipp Wittenbrink

Von: Philipp Wittenbrink

Stand: 10.09.2026

Tagesgeld-Lexikon: Alle Fachbegriffe verständlich erklärt

Von Aktionszins bis Zweigniederlassung: Hier finden Sie alle wichtigen Fachbegriffe rund ums Tagesgeld kurz und verständlich erklärt.

Abgeltungssteuer

Die Abgeltungssteuer ist die pauschale Steuer auf Kapitalerträge wie Tagesgeldzinsen, aktuell 25% zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Deutsche Banken führen sie automatisch ab. Wie sich das im Detail berechnet, zeigt unser Ratgeber zur Abgeltungssteuer.

Aktionszins (Neukundenzins)

Der Aktionszins ist ein befristeter, meist erhöhter Zinssatz, den Banken neuen Kunden anbieten, um Kapital anzulocken. Er gilt in der Regel für drei bis zwölf Monate, danach fällt der Zins auf den niedrigeren Bestandszins. Worauf Sie bei solchen Angeboten achten sollten, erklärt unser Leitfaden zu den Auswahlkriterien.

Bestandszins

Der Bestandszins ist der variable Zinssatz, den eine Bank ihren langjährigen Kunden zahlt, meist niedriger als ein befristeter Aktionszins. Wie hoch der Abstand zwischen beiden ausfällt, ist ein wichtiges Kriterium bei der Bankwahl, da manche Banken nach der Aktionsphase deutlich absacken.

Effektivzins

Der effektive Jahreszins berücksichtigt im Gegensatz zum Nominalzins den Zinseszinseffekt und macht Angebote mit unterschiedlicher Zinsgutschrift vergleichbar. Ein Nominalzins von 4,00% p.a. mit monatlicher Gutschrift ergibt rechnerisch einen leicht höheren Effektivzins, da bereits gutgeschriebene Zinsen im Jahresverlauf mitverzinst werden. Bei jährlicher Gutschrift sind Nominal- und Effektivzins identisch. Manche Banken, etwa die Advanzia Bank, weisen bei ihrem Tagesgeld beide Werte nebeneinander aus, um die tatsächliche Rendite transparent zu machen.

Einlagensicherung

Die gesetzliche Einlagensicherung schützt Bankguthaben EU-weit bis 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Viele deutsche Banken sichern darüber hinaus über einen freiwilligen Fonds ab. Die genauen Grenzen und Mechanismen erklärt unser Ratgeber zur Einlagensicherung.

Einlagensicherungsfonds

Der Einlagensicherungsfonds ist eine freiwillige Zusatzabsicherung, der sich viele deutsche Privatbanken über den Bankenverband anschließen. Er greift erst oberhalb der gesetzlichen 100.000-Euro-Grenze und kann Guthaben bis in den siebenstelligen Bereich absichern. Details dazu finden Sie im Ratgeber zur Einlagensicherung.

Freistellungsauftrag

Mit einem Freistellungsauftrag lässt die Bank Ihre Zinserträge bis zum Sparer-Pauschbetrag steuerfrei, statt die Abgeltungssteuer ab dem ersten Euro abzuziehen. Er gilt jeweils pro Bank und lässt sich auf mehrere Institute aufteilen. Wie Sie ihn einrichten, erklärt unser Ratgeber zum Freistellungsauftrag.

Gemeinschaftskonto

Ein Gemeinschaftskonto wird von zwei Personen gemeinsam geführt, meist Ehe- oder Lebenspartnern. Bei der Einlagensicherung gilt die Grenze von 100.000 Euro für jeden Kontoinhaber einzeln, zusammen also bis zu 200.000 Euro. Nicht jede Bank bietet diese Kontoform an.

Girokonto

Das Girokonto dient dem laufenden Zahlungsverkehr, etwa dem Empfang von Gehalt und der Zahlung von Miete. Für ein Tagesgeldkonto wird es meist als Referenzkonto benötigt, auch wenn es bei einer anderen Bank geführt wird.

Institutssicherung

Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken sichern ihre Kunden nicht über die gesetzliche Einlagensicherung, sondern über eine eigene Institutssicherung ab, die in Schwierigkeiten geratene Mitgliedsbanken bereits vor einer Pleite stützt. Dadurch ist das Guthaben der Höhe nach unbegrenzt geschützt. Mehr dazu im Ratgeber zur Einlagensicherung.

Neukundendefinition (Sperrfrist)

Als Neukunde gilt meist, wer eine bestimmte Zeit lang kein Konto bei der jeweiligen Bank hatte. Diese Sperrfrist reicht je nach Anbieter von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren und entscheidet, ob Sie einen Aktionszins erneut nutzen können.

Nominalzins

Der Nominalzins ist der ausgewiesene Zinssatz einer Geldanlage ohne Berücksichtigung des Zinseszinseffekts. Die auf Tagesgeld.org angegebenen Zinssätze sind, sofern nicht anders vermerkt, Nominalzinsen.

NV-Bescheinigung

Wer mit seinem gesamten Einkommen unter dem Grundfreibetrag bleibt, kann beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen. Sie stellt Zinserträge auch über den Sparer-Pauschbetrag hinaus komplett steuerfrei und gilt bis zu drei Jahre. Häufig genutzt von Studierenden und Rentnern mit geringem Einkommen, mehr dazu im Freistellungsauftrag-Ratgeber.

Referenzkonto

Das Referenzkonto ist das bei der Kontoeröffnung festgelegte Girokonto, auf das Ein- und Auszahlungen beim Tagesgeld ausschließlich möglich sind. Eine Überweisung auf ein anderes, fremdes Konto ist damit nicht möglich, was zusätzliche Sicherheit schafft.

Rendite

Die Rendite gibt den jährlichen Gesamtertrag einer Geldanlage als Prozentsatz des eingesetzten Kapitals an. Bei Tagesgeld ist zwischen Bruttorendite, dem Ertrag vor Steuern und Inflation, und Nettorendite, dem tatsächlich verbleibenden Wertzuwachs, zu unterscheiden.

Solidaritätszuschlag

Der Solidaritätszuschlag wird zusätzlich zur Abgeltungssteuer erhoben, mit 5,5% auf die Steuerschuld. Für die meisten Einkommensteuerzahler ist er seit 2021 weitgehend entfallen, auf Kapitalerträge wird er aber weiterhin in voller Höhe fällig.

Sparerpauschbetrag

Der Sparerpauschbetrag stellt Kapitalerträge bis 1.000 Euro im Jahr steuerfrei, bei Ehepaaren bis 2.000 Euro. Voraussetzung ist ein bei der Bank hinterlegter Freistellungsauftrag. Bis 2008 hieß dieser Betrag Sparerfreibetrag und war niedriger. Details im Freistellungsauftrag-Ratgeber.

Tagesgeld-Hopping

Beim Tagesgeld-Hopping wechseln Sparer gezielt zur Bank mit dem aktuell besten Aktionszins, statt bei einem Anbieter zu bleiben. Ob sich der Aufwand lohnt, hängt vor allem von der Anlagesumme ab, ein Rechenbeispiel liefert unser Tagesgeld-Hopping Ratgeber.

Tagesgeldkonto

Ein Tagesgeldkonto ist eine Geldanlage mit täglicher Verfügbarkeit, gesetzlicher Einlagensicherung und variablem Zins. Anders als beim Girokonto dient es nicht dem Zahlungsverkehr, sondern ausschließlich der Geldanlage.

Termingeld (Festgeld)

Beim Termingeld, umgangssprachlich Festgeld, legen Sie einen Betrag für eine feste Laufzeit an und erhalten dafür einen garantierten Zins, der sich während der Laufzeit nicht ändert. Anders als beim Tagesgeld ist während dieser Zeit in der Regel keine Verfügung über das Kapital möglich.

VideoIdent, PostIdent und eID

Diese drei Verfahren dienen dem Identitätsnachweis bei der Kontoeröffnung. VideoIdent läuft per Videochat und ist meist am schnellsten, PostIdent über eine Filiale der Deutschen Post, eID über den elektronischen Personalausweis. Details zum Ablauf im Ratgeber zur Kontoeröffnung.

Zinseszins

Vom Zinseszins spricht man, wenn bereits gutgeschriebene Zinsen im Folgezeitraum selbst mitverzinst werden. Je häufiger die Zinsgutschrift erfolgt, monatlich statt jährlich etwa, desto stärker wirkt dieser Effekt.

Zinsgarantie

Die Zinsgarantie legt fest, wie lange ein zugesagter Aktionszins mindestens gilt. Meist ist sie an eine feste Anzahl Monate ab Kontoeröffnung oder Ersteinzahlung gekoppelt. Einige Banken koppeln die Garantie stattdessen an ein festes Enddatum, unabhängig vom individuellen Eröffnungszeitpunkt, wodurch sich die nutzbare Garantiezeit verkürzt, je später ein Konto eröffnet wird.

Zinsgutschrift-Intervall

Das Zinsgutschrift-Intervall gibt an, wie oft eine Bank Zinsen auf das Tagesgeldkonto bucht, monatlich, vierteljährlich oder jährlich. Je häufiger die Gutschrift, desto stärker profitieren Sie vom Zinseszinseffekt.

Zweigniederlassung

Viele ausländische Banken bieten ihr Tagesgeld über eine deutsche Zweigniederlassung an. Das kann Vorteile bei Sprache und Steuerabzug bringen, ändert aber nichts daran, dass für die Einlagensicherung meist das Heimatland der Bank maßgeblich ist.

Philipp Wittenbrink
Letzte Aktualisierung: 10.09.2026
Geschrieben und geprüft von: Philipp Wittenbrink

Tagesgeld.org wurde 2007 von Philipp Wittenbrink gegründet. Seitdem hat er über 100 Tagesgeldangebote analysiert und mehr als 30 Konten selbst eröffnet, um Eröffnungsprozess, Konditionen und Service aus erster Hand zu prüfen. Seine Erfahrung aus über 20 Jahren mit Direktbanken hilft Verbrauchern bei der Suche nach dem passenden Konto.